Stress, Demenz und nicht ordnungsgemäße Ausbrüche

Mal wieder ein wenig was au dem Krankenausalltag.
Ich bin nicht sonderlich zufrieden mit mir. Eher wirklich enttäuscht.
Das Wochenende war nicht ganz so leicht, mir ging es nicht sonderlich gut (Kreislaufprobleme) und zudem lag noch viel Arbeit und Chaos auf Station an.
Das soll aber keineswegs eine Entschuldigung sein. GANZ UND GAR NICHT!

Unter anderem haben wir momentan ein paar ältere Menschen mit Demenz. Das heißt sie sind mehr oder weniger verwirrt, desorientiert und/ oder unruhig.
Manche lben komplett in der Vergangenheit, ein Patient, z.B. durchlebt wohl momentan noch einmal seine gescheiterte Ehe und weint sehr viel, lässt sich kaum trösten. Wie auch? Er lebt ja gerade in der Vergangenheit!

Eine andere demente Patientin hat es am Wochenende geschafft mir, u.a. mit ihrem ständigen Geschrei, den letzten Nerv zu rauben, bis ich letztendlich wirklich zurückgeschrien habe. Das tut mir leid. Es geht nich in Ordnung, denn die Dame ist, so nervig und anstrengend sie auch sein mag, krank und kann nichts dafür.
Frau P. hat sich den Oberschenkelhals gebrochen, bei einem Sturz vermute ich. Unglücklicherweise versteht sie aber nicht was mit ihr los ist, merkt lediglich die Schmerzen an der operierten Stelle beim Drehen und Lagern, was jedesmal zu einem furchtbaren Geschrei wird. Wirklich schlimm. Sie kann einem leid tun, aber ohne Lagerung, wäre sie wohl bald noch schlimmer dran. Denn so ein Druckgeschwür ist auch wirklich übel.
Frau P. ist der Meinung dass sie durchaus mal eben kurz für den Toilettengang aufstehen können, wofür sie auch gerne ab und an versucht über das Bettgitter zu kommen. Der Sinn eines Blasenkatheters dringt nicht zu ihr durch, überhaupt scheint sie ihn gar nicht zu bemerken.
Zwischendurch möchte sie auch gerne in IHR Zimmer geschoben werden (wo auch immer sie sich dann gerade gedanklich befindet) oder einfach mal eben aufstehen und nach Hause marschieren. Was natürlich nicht klappt. Und wir sind dann die Rabenpfleger, die ihr nicht dabei helfen aufzustehen und sie so hindern.
Sie tut mir wirklich leid. Aber was sollen wir tun? Sie kann nicht aufstehen.
Leider schreit sie zu allem gerne mal durchs ganze Krankenhaus. Und das nicht nur einmal sondern ziemlich oft. Manch einer würde vielleicht sagen einfach ab und an mal ignorieren. ABER das fällt mir schwer. Einmal weil mir die Patientin dann leid tut und zweitens vor allem, weil ich Angt habe, dass sie wieder versucht aufzustehen um “Wasser zu lassen” und aus dem Bett stürzt (am besten noch über das Bettgitter!)
Leider habe ich mich zwischendurch auch dazu hinreißen lassen, ihr etwas zu laut mitzuteilen, dass sie endlich aufhören solle, zu schreien und/oder zu meckern.
Verdammt aber auch.

Manchmal ist es eben doch seeehr schwer mit dem Herzen bei der Arbeit zu bleiben und den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen und nicht seinen eigenen Stress!

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Das ganz normale Chaos?!

Ich bin wieder in der Praxis.

Was für ein Glück. Die Schule hat mich in den letzten Tagen nur noch genervt. Es ging drunter und drüber. Viele Lehrer waren krank geworden, der Unterrricht musste trotzdem stattfinden, Klausuren geschrieben werden. Aber wie?
Letztendlich gab es dann doch nur eine große Unordnung.

Meine Einsatzstation ist wieder eine chirurgische. Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie.
Am Anfang war ich nicht so begeistert davon.
Meine letzte Station war schon operative Chirurgie, allerdings auch mit vielen Onkologiepatientinnen, und ich wäre gerne in einem anderen Bereich gelandet, z.B. in der Inneren Medizin. Oder aber Onkologie.
ABER ich muss sagen, mittlerweile gefällt mir die Station auf der ich nun bin auch gut. Es ist in Ordnung. Lernen muss ich eh in allen Bereichen. Glücklicherweise.

Die unfallchirurgischen Patienten sind zum größten Teil eher ältere Menschen, mit Brüchen und Verletzungen nach Stürzen. Aber auch viele Patienten nach z.B. Knie-OPs.
Wirbelsäulenchirurgie sagt ja eigentlich schon alles aus. Hauptsächlich Wirbelverletzungen und Bandscheibenvorfälle. Spinalkanalverengungen, alles mögliche in der Richtung.

Das Team auf Station ist sehr nett. Ich fühle mich bloß immer, bei allem!, so unsicher. Möchte keine Fehler machen, einen guten Eindruck machen. Aber je mehr ich gerade das versuche, umso mehr Fehler passieren… natürlich! 😉

Heute war echt ein ätzender Tag. So viel ist schief gelaufen.
Beim Waschen hab ich unter Aufsicht total bescheuerte Fehler gemacht. UND dann auch noch die gesamte, vollgefüllte Waaschschüssel runtergeworfen. Zur Belustigung der Patienten. Einmal das Zimmer geflutet.Na ja, ich hab mir eben gedacht, wenn schon die Putzfrau am Wochenende nicht kommt! 😉
Schrecklich und peinlich.
Gut, sowas passiert eben. Als ich meiner Freundin in der Umkleide davon erzählt habe, hat sie nur erleichtert aufgelacht und gesagt:” Und ih dachte schon, nur ich würde mich dämlich anstellen!” NEIN. Nicht nur sie. Ich kann das ganz besonders gut.

Überhaupt hatte ich heute das Gefühl viel falsch zu machen. Den examinierten Pflegekräften irgendwie auf die Nerven zu gehen.
Vielleicht ist es nicht so. Aber das Gefühl zu haben, mag ich gar nicht.

Aber ich hatte nette Patienten. Hab dazu mal was bei Google gefunden.
Was gings mr doch gut heute…;)