Privat vs. “Kasse”

Ich habe mich lange nicht mehr richtig zu Wort gemeldet. Nun wird es definitiv mal wieder Zeit.

Ich arbeite momentan in einer Privatklinik. Also nur Privatpatienten bzw. auch mal Selbstzahler, letztere aber nur vereinzelt.
Ich, selbst früher privat versichert über meine Eltern, hab zwar gewusst, dass es, teils sogar große, Unterschiede zwischen privat und gesetzlich versichert gibt, z.B. die Wartezeiten auf einen Termin beim Facharzt poder sogar im Wartezimmer; aber das es selbst im Krankenhaus solche UNterschiede gibt war mir nicht bewusst.

Allein die Zimmer.
Während ich auf einer Normalstation auch schonmal 4-Bett-Zimmer vorgefunden habe, gibt es hier in der Privatklinik natürlich nur 1- Bett- bzw- 2-Bett-Zimmer. Ja, richtig, 2 – Bett – Zimmer gibt es auch. Privat versichert ist eben nicht gleich privat versichert. Da gibt es eben doch noch diverse UNterschiede, u.a. z.B. ob 1-Bett versichert oder eben “nur” 2-Bett, ob Chefarztbehandlung oder doch nicht….
Die Zimmer sind natürlich auch größer, heller, schöner eingerichtet. Hier gilt nicht: möglichst praktisch und funktional, sondern eben vor allem stilvoll und angenehm. In jedem Zimmer gibt es einen großen langen Schreibtisch und eine kleine Sitzecke mit bequemen Sesselstühlen und Glastischchen. DIe Betten sind aus dunklem Holz und nicht aus dem üblichen Krankenhausgestellen, die man eben so kennt. aUch die Bettwäsche ist nicht die übliche Krankenhauswäsche, sondern eher edel. Farblich auf das Zimmer und Bett abgestimmt. Pastellfarbend. Auch Handtücher etc. sind nicht die, die man auf normalen Stationen findet…
Es gibt zum Frühstück IMMER Obstsalat. Zur Kaffeezeit jeden Tag ein Stück Kuchen.
An alle gesetzlich Versicherten Leser, habt ihr das im Krankenhaus schon erlebt? 😉 Ich kenne es jedenfalls nicht. Auch Saft ist genug da, jederzeit verfügbar. Und nicht nur eine Sorte…

Auch die Physiotherapie turnt deutlich öfter dort rum, als ich es auf den “gewöhnlichen” Stationen empfunden habe. Ergotherapie, Entspannung etc. sind keine Fremd- oder psychiatrische Begriffe mehr.

Die Patienten selber… nein,ich möchte keinesfalls behaupten, dass ALLE Privatpatienten auf ihr Recht und die ihnen zustehenden Leistungen pochen, manche sind wirklich bescheiden, freundlich nett, zuvorkommend. Aber es gibt eben auch ein paar Ausnahmen, die denken sie wären Patienten erster Klasse. Was sie irgendwie auch zu sein scheinen, wenn man mal genauer überlegt.

Warum muss es so extreme Unterschiede in der Behandlung zwischen den verschiedenen Versicherungsarten (gesetzlich vs. privat) überhaupt geben? WAs soll das? Sind die privat versicherten Patienten mehr wert, bloß weil sie vermutlich mehr Geld haben als andere, “bloß normal” gesetzlich versichrte Patienten? Sinbd nicht alle gleich? WAs rechtfertigt dann also so eine unterschiedliche Behandlung?
WAs meint ihr?

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3 thoughts on “Privat vs. “Kasse”

  1. “Sind nicht alle gleich? Was rechtfertigt dann also so eine unterschiedliche Behandlung?”

    Sicher sind alle gleich…solange sie wehrlos auf dem OP-Tisch liegen 😉
    Sobald sie allerdings wach sind und auf ihre Zimmer gebracht werden ist es wieder ein wirtschaftliches Unternehmen in dem medizinisch betreut werden.
    Nicht immer nur zufällig kommt mir der Zusammenhang, dass es möglicherweise ein Hotel mit (intensiver) medizinischer Betreuung ist.
    ICh erzähler wahrlich nichts neues wenn ich sage, dass die Krankenhäuser immer mehr um die Existenz kämpfen und dann sucht man sich halt Möglichkeiten um zusätzlich ein wenig Geld zu erwirtschaften. Größere zimmer, schönere Innengestaltung, Auf Workaholics angepasste Möbel.
    Auf eine gewisse Art und Weise ist es halt auch eine Kundenbindung und ein setzen auf Mundpropaganda um wieder neue betuchte Patienten zu bekommen die das wichtige Geld da lassen.

  2. Sollte nicht das ganze System überdacht werden? Ich meine, würde jemand von mir verlangen, mehr Geld zu bezahlen für die Pflegeversicherung, ich würds tun, ebenso KV, solange ich es erübrigen kann. Und wenn das alle tun, wäre auch mehr Geld da. Ich finde die Trennung in privat – Kasse zumindest merkwürdig, um es vorsichtig auszudrücken. Vor allem, wenn man bedenkt, dass viel Vermögende schon vermögende Vorfahren hatten, also oft gar nicht selber sooo hart dafür gearbeitet haben… Also haben die, die weniger besitzen, keine Chance da jemals rauszukommen? Nee, ungerecht. Findet Snoopy

  3. ich war damals mal als kassenpatientin gemeinsam mit meiner mutter als begleitperson in einem privatzimmer. das lag daran, dass auf der station einfach selten private sind und die lieben schwestern dachten sich einfach, dass mama und ich als langzeitpatienten freude dran haben 🙂 das zimmer war toll eingerichtet – mobilar aus holz, parkett, beigefarbene wände… ich fühlte mich in den monaten dort ganz wohl drin 🙂

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